Julian Nida-Rümelin sieht sie, die FAZ sieht sie und DIE ZEIT auch: die Akademikerschwemme. Ihr seht Gespenster, würde die OECD wohl darauf antworten.

Der Münchner Professor Julian Nida-Rümelin hat der Studentenflut gleich ein ganzes Buch gewidmet. Darin kritisiert er, dass die berufliche Bildung vernachlässigt wird und fordert, dass Unis den Zugang zum Studium stärker reglementieren, um der Schwemme Herr zu werden.

Natürlich, die Studierendenzahlen erreichen Rekordwerte. Und ja, es strömen schon verdammt viele in die Hörsäle: über 50 Prozent eines Jahrgangs. Mit einem aktuellen Bericht nahm die OECD allerdings ein bisschen Luft aus der Debatte. Noch ist Deutschland kein Hort von Hochschulabsolventen. Haben 25 Prozent der 55- bis 64-Jährigen einen akademischen Abschluss (oder ein Äquivalent), sind es bei den 25- bis 34-Jährigen 27 Prozent. Das ist keine Explosion. Und vergleichsweise wenig: Im OECD-Schnitt haben 40 Prozent eine höhere Bildung.

Die berufliche Ausbildungsquote ist  zudem noch immer viel bedeutsamer: Sie liegt bei 60 Prozent. Daran hat sich zwischen den Generationen nichts verändert.