Japan, das ist Sake, Sashimi und Sushi. Ich war dort – und habe Eisbrecher und einen Biergarten gesehen. Ein kleiner Reisebericht.


Das erste, was ich gesehen habe, als ich in Tokyo gelandet bin: Eine Frau, die mit einem weißen Lappen an der Rolltreppe steht und den Handgriff wischt. Tagsüber. Mit Mundschutz. Willkommen in Japan.

Die Menschen auf dem Inselstaat legen wirklich viel Wert auf Sauberkeit. Keine Stadt, die nicht pikobello ist. Sogar beim Saufen sind die Japaner vernünftig. In Sapporo, der Hauptstadt der nördlichen Insel Hokkaido, gibt es eine Bierhalle, in der es ordentlich müffelt. Denn zu dem Getränk gibt es Lammfleisch, das sich jeder am Tisch selbst grillt. Das stinkt und bruzelt und zischt – deswegen packt jeder Gast seine Jacke in eine riesige Plastiktüte und zieht sich eine große Schürze an. Dann erst wird gesoffen und gefressen. Absturz mit Kontrolle.

Wimpel mit deutscher Beschriftung - in einem Lokal im tiefsten Norden Japans - © Ziegler

Wimpel mit deutscher Beschriftung – in einem Lokal im tiefsten Norden Japans – © Ziegler

Kontrolliert geht es auch in der Öffentlichkeit zu. Lautes Reden ist nicht üblich – ich sah, wie eine Mutter ihrem schreienden Kind im Flugzeug den Mund zugehalten hat.

Das geht soweit, dass sogar die eigenen Winde möglichst nicht hörbar sein sollen. Klogänger können auf Knopfdruck das Geräusch einer Spülung einblenden und dessen Lautstärke aufdrehen. Woran man sich aber durchaus gewöhnt: Selbst in der Toilette der hintersten Gaststätte sind die Klodeckel beheizt. Sehr gemütlich.

High-Tech-Klosett mit Konsole: Wer in Japan al muss, darf sich über beheizte Sitze freuen - © Ziegler

High-Tech-Klosett mit Konsole: Wer in Japan mal muss, darf sich über beheizte Sitze freuen – © Ziegler

Noch so ein Klischee, das stimmt: Japans Küche ist fantastisch. Die Fischstücke auf dem Sushi sind riesig und frisch, doch mein persönlicher Höhepunkt war Shabu Shabu. Das ist ein High-Class-Fleischfondue. Der Star: Hauchdünnes Filet vom Matsusaka-Rind, das noch besser und exklusiver ist als Kobe-Rind.

Matsusaka-Rind ist das feinste Fleisch in Japan - © Ziegler

Matsusaka-Rind ist das feinste Fleisch in Japan – © Ziegler

Die fein marmorierten Scheiben schwenkt man kurz durch den Sud und taucht sie dann in Soja- oder Sesamsauce. Die Stücke zergehen auf der Zunge und haben einen leicht nussigen Rindergeschmack. Ein echtes Muss, auch wenn es teuer ist.

Am meisten hat mich überrascht, wie gerne die Japaner schenken. Jede noch so flüchtige Bekanntschaft steckt einem Süßigkeiten zu, und freut sich natürlich riesig über Mitbringsel aus der Heimat.  Das sind kurze Momente der Herzlichkeit, die einem –  bei aller Distanz im Zusammenleben – das Gefühl geben, wirklich willkommen zu sein.

Ein Highlight zum Schluss: Auf der nördlichsten Insel Hokkaido gibt es im Winter vor allem Schnee zu sehen. Sogar auf dem Meer. Spektakulär ist eine Fahrt mit dem Eisbrecher, zum Beispiel von Abashiri am Ochotskischen Meer: